SANTORINI 2017

Dominik Kauer

Anfangs September war es soweit, nach fast einem Jahr Vorfreude auf die Sommerferien, hiess es am Freitag, 1. September ab an den Flughafen Zürich von wo aus wir mit Edelweiss nach Santorini flogen. Am Flughafen angekommen, gaben wir unser Gepäck auf und machten uns auf die Suche nach etwas Essbarem. Nachdem wir ein Sandwich gekauft haben, ging es weiter einmal durch den halben Flughafen bis zum Check-in 1.

Bitte verzeiht den kleinen Einschub am Rande: Als mich am Anfang der Woche die Info erreichte, dass die Boeing 747SP-68 mit der Registration HZ-HM1C am Dienstag nach ZRH zurückkommen soll um 40 VIP's aufzuladen, habe ich mich riesig gefreut, da ich beim ersten Besuch am 20. August dieser Schönheit nicht in Zürich war. Es war also Dienstag morgen, der Rucksack gepackt, das Wetter passte aber die VIP's hatten offensichtlich andere Pläne. Apropos VIP's - die Maschine fliegt für die Regierung von Saudi Arabien. So neuer Tag neues Glück, der Flug war neuerdings für Mittwoch geplant, aber auch dieser wurde wieder verschoben und ich habe den Flieger schon "abgeschrieben". Freitag morgen, ein Blick auf mein Handy, eine Nachricht von einem Kollegen: "ZRH 01.09. HZHM1C B74SP 1405-1605". DANKE FÜR NICHTS! Auch heute kein Glück, denn unser Flug (WK336) geht um 14:20.

So, angekommen beim Check-in 1 habe ich einen Blick auf FR24 riskiert, um mein Pech zu bestätigen und die Siko zu passieren. Oder auch nicht, denn es gab Grund zur Freude - der Mini Jumbo war im Anflug. Wer den Flughafen einigermassen kennt weiss sicherlich, dass die Terasse direkt neben dem Check-in 1 ist. Da wir (jedenfalls nach meiner Interpretation) noch genügend Zeit hatten, sprintete ich samt Kamera Richtung Terrasse und musste da noch durch eine Sicherheitskontrolle. Nach etwas Small Talk mit den Sicherheitsbeamten hat sich herausgestellt, dass eine von Ihnen im August für 2 Wochen auch auf Santorini war, in Perissa, im Veggera. Somit war sie im gleichen Hotel, welches unser Ziel war. Lustiger Zufall, Ihr Blick doch sehr ungläubig und die Siko auch schon hinter mich gebracht.

Genau zur richtigen Zeit hat der Regen ausgesetzt.

Nun also ab durch die Sicherheitskontrolle und weiter zu unserem Gate, B33. Da wartete auch schon die HB-IHX ein Airbus A320 von Edelweiss, lustigerweise landete dieser 2 Flugzeuge später als die Boeing 747SP. Immer schön zu beobachten, wenn dein Flug in der Ansage erwähnt wird, wie alle hektisch aufstehen und die Schlange vor der Boardkartenkontrolle immer länger wird. 15 Minuten später war dann auch das Personal vor Ort, um die Karten zu kontrollieren (nein, dies ist nicht gegen das Flughafenpersonal gerichtet).

Flug WK336 (LSZH - LGSR)
1'859 km - 2:28 - HB-IHX

Dies war für uns der erste Flug mit Edelweiss und nach den vergangen Flügen mit easyjet waren auch unsere Erwartungen nicht sehr hoch. Der Sitzabstand ist grosszügig. Grosszügig ist bekanntlich relativ bei Sitzabständen, ich kann euch aber versichern, wenn man jedesmal seinen Kamerarucksack unter dem Sitz vor sich verstaut, und man noch genügend Platz hat um die Beine einigermassen zu strecken ist das auf Kurzstrecke schon "Luxus". Der Sitzabstand war grösser als im Air France Dreamliner - ich erlaube es mir einmal den lieben Raphi hier zu verlinken, er hat ein paar Zeilen über den Trip geschrieben. Da der Traffic in Santorini zu hoch war, besser gesagt: zu wenige Standplätze, verzögerte sich unser Start um rund 40 Minuten. Genug Zeit um das IFE zu testen, welches man per Edelweiss App und W-LAN auf dem eigenen Tablet / Smartphone nutzen kann. Die Auswahl war nicht riesig, aber für einen 2.5h Flug sehr gut!

Mit was ich sicher nicht gerechnet hätte ist, dass wir ein komplettes Menu serviert bekommen.

Hörnlisalat - Tobleronemousse - Rösti mit Bratwurst - seeeeeeeeeehr lecker!
Übrigens die Lektüre im Hintergrund "The Art Of Invisibility" kann ich allen Aluhutträgern und solchen die es noch werden wollen sehr empfehlen.

Unser Flieger auf dem Vorfeld in JTR.

Vom Vorfeld ging es via Bus zum Terminal, in welchem es ein Gepäckband hatte, mehr braucht es auch nicht. Weiter ging es per Minibus direkt nach Perissa zu unserem Hotel.

Dank einem Zimmerupgrade hatten wir noch eine kleine Terrasse mit Blick auf den Mesa Vouno welcher sehr steil und 360m hoch ist. Geile Kulisse - oder?

Der Vollständigkeit halber hier noch einer von zwei Pools in denen wir nie waren. Zu sehen (mehr oder weniger) auch die Sports Bar auf der rechten Seite.

Dieses Bild entstand wenige Minuten später, keine 2 Gehminuten vom Hotelzimmer entfernt, auf der anderen Strassenseite des Hotels. Kulisse ;-)

Wie mir und sicherlich auch euch bewusst ist, hat jedes Paradies seine Macken. Manch einer denkt sich jetzt vielleicht, dass es in Griechenland katastrophal aussieht. Folgendes Bild ist aber tatsächlich etwas, dass sich auf der ganzen Insel bewiesen hat. Die Insel ist auf Schweizer Niveau was Sauberkeit anbelangt!

Ein typischer "Hinterhof" wie er an diversen Orten zu sehen ist. Um beim Thema "Sauberkeit" zu bleiben, uns fielen vor allem zwei Dinge auf. Erstens: Es gab viele unfertige Bauten, was auf die wirtschaftliche Lage zurück zu führen ist. Zweitens: Es gibt Hunde und Katzen, welche auf der Strasse leben. Überraschenderweise waren jedoch alle sehr gepflegt, sahen gesund aus und trugen (unserer Vermutung nach) Flohhalsbänder. Zudem bekamen diese oft Futter von Einheimischen oder Restaurantbesitzer.


Wenige 100 Meter vom Fusse des Mesa Vounos entfernt ist die Timios Stavros Kirche.

Übrigens wird diese Architektur, von welcher noch zahlreiche Fotos folgen werden, Kykladische Architektur genannt. Sie umschreibt nichts geringeres als - genau - die Architektur der Kykladen und findet sich auch nur auf den Kykladen und den angrenzenden Sporaden welche zusammen rund 228 Inseln umfassen. Zu den wichtigsten Inseln der Kykladen gehören unteranderem Santorin (auch Thira genannt), Ios (hat nichts mit dem Betriebssystem zu tun), Thirasia, Anafi und noch viele weitere.

Ganz offensichtlich hat der Architekt nicht daran gedacht, dass vielleicht einmal im Jahre 2017 jemand dieses Gotteshaus fotografieren will. Seis drum - eines von gefühlten 3'000 auf der Insel.

Auch der Hunger musste gestillt werden. Sorry wer jetzt Hunger hat...

Offtopic: So richtig habe ich meine neue Kamera (Nikon D810 + Tamron SP 15-30mm f2.8) bisher noch nicht auf die Probe gestellt, weil mir schlicht und einfach die Zeit dazu fehlte. Dies sollte sich aber auf Santorini ändern, da erstens genug Zeit und zweitens auch viele Motive vorhanden waren. Also galt es nun einmal Nightshots ohne Stativ zu machen - Juhu - nicht sehr berauschend - oder doch? Auf der rechten Seite ein 100% Crop vom Bild oben. Nicht schlecht!

Das Bild zeigt übrigens den örtlichen Sandalenshop - place to be für alle "Bünzlis" und deutsche Touristen, welche zwar die weissen Tennissocken dabei haben, jedoch ihre Sandalen vor lauter Tennissocken suchen vergessen haben. Da soll sich noch einer beschweren, dass die Griechen nur das Geld von Deutschland nehmen.

Tagesausflug nach Fira und Oia

Nachdem ich mir am Montagabend noch ein paar neue Sandalen gegönnt habe, war ich gerüstet für den typischen Ausflug wie er in jedem Reiseführer steht. Mit Tennissocken bewaffnet machten wir uns auf den Weg zur Bushaltestelle, wo wir mit unserem Hauchdeutschenglisch versuchten den Fahrplan zu lesen. Ironie off. Das ist übrigens garnicht so einfach respektive ungewohnt, da der Fahrplan alle Destination ab Fira angibt. Beispiel gefällig? Wenn du von Perissa nach Fira willst, musst du also nach Fira - Perissa suchen und die Retour Zeit ablesen. Tscheggsch? Nicht schlimm, denn die Busse fahren alle 20 Minuten oder äääh so ähnlich, wie es die Verkehrssituation zulässt. 85% Touris auf Quads - 10% Einheimische und 5% Busse. 3 Mal könnt ihr raten wer den Verkehr blockiert - genau die 85% Touris auf Quads welche gerade versuchen ein Video zu machen.

Nun sind wir also nach 30 Minuten Busfahrt in Fira angekommen und versuchten den Tourimassen soweit wie möglich aus dem Weg zu gehen.

Nur eines von drei Kreuzfahrtschiffen an diesem Tag. Im Hintergrund zu sehen ist die Vulkaninsel Nea Kameni.






Im Hintergrund sieht man die Vulkaninsel Nea Kameni. Der letzte Ausbruch war 1950 und seither ist der Vulkan inaktiv.

Das hier ist übrigens "uns" "wir", wenn ihr euch schon gewundert habt.

Schön zu sehen auf diesem Bild ist der Hafen von Fira, welcher zum einen per Treppe (links) und zum anderen per Seilbahn (rechts) erreichbar ist.

Die Katholische Kathedrale welche zu Ehren von Johannes der Täufer gebaut wurde. Nachdem wir nun einmal die ganze Stadt hoch und runter maschiert sind, machten wir uns auf die Suche nach etwas essbarem und fuhren dann per Bus weiter nach Oia.

Google Maps einbetten - muss ich noch üben.

Oia
Nach rund 40 Minuten waren wir in Oia. Da zur Zeit neue Strassen gebaut werden, musste der Bus unfreiwillig einen Umweg fahren.

Umweg hin oder her das Licht kann nur besser werden.

Falls jemand jetzt denkt, es kommen noch einmal dieselben Bilder, immernoch nicht fertig? Pause machen und weiterlesen, es lohnt sich! Glaubt mir.



Schon ziemlich Klischee diese Bilder - oder? Es ist so geil wie es aussieht!

Eines meiner Lieblingsbilder aus den Ferien! Zudem (noch ;-)) keines der typischen Reiseführerbilder.

Wer weiss, wieso man am Abend nach Oia geht? Genau, wegen dem Sonnenuntergang. Seht selbst:


So sah übrigens das Setup aus:

Fotografiert mit dem Handy. Ich widme mich besser wieder den qualitativ hochwertigen Bilder.


Ich könnte an dieser Stelle noch zig solcher Bilder posten, da es einfach wunderschön ist!

Nachdem die Sonne am Horizont verschwunden war, machten wir uns auf den Weg zurück nach Perissa.

Den nächsten Tag haben wir am Strand verbracht und uns etwas vom Fira / Oia Trip erholt, um für den Mittwoch fit zu sein. Auf dem Tagesprogramm stand ein Quad mieten und den Rest der Insel zu besichtigen. Obiges Bild ist übrigens mit einer GoPro aufgenommen, hatte ich doch etwas zu sehr respekt vor der Kamera / Wasser Kombi.

Road Trip mit dem Quad - einmal ganz hoch und zurück

Quad mieten - los gehts!


Keine Ahnung für wen diese Kirche gebaut wurde, noch wie sie heisst. Schön ist sie trotzdem und landete deshalb auf meiner Speicherkarte.

Unser Quad und ich, für einmal stand nicht ich hinter der Kamera. Meine bevorzugte Seite ist die hinter der Kamera oder auf dem Quad. Aufgehts Richtung Norden. Für die, die sich Fragen wo wir uns momentan geografisch befinden: Akrotiri Lighthouse - heisst so viel wie ganz unten links am Ende des Zipfels. Von hier aus ist sowohl Fira als auch Oia zu sehen.

Weiter führte uns der Weg an Fira vorbei nach Imerovigli. Nach einem kurzen Rundgang ging es dann weiter Richtung Norden.

Noch ein Blick in die andere Richtung Imerovigli's, im Hintergrund zu sehen ist Fira.

Ein weiteres Klischee - wie viele Bräute sind sichtbar? Es wird gefühlt an jeder zweiten Ecke geheiratet oder jedenfalls das Hochzeitsshooting gemacht.

Stairway to ... ?

... Heaven

und wieder runter

Weiter ging es der Küste entlang zurück Richtung Süden.

Die letzte, versprochen und auch fast das Ende von meinem Blog, der deutlich länger geworden ist als ich es erwartet habe.

Bevor es an den Flughafen ging, um den Rückflug anzutreten, galt es noch einige Stunden "tot zu schlagen". Ich habe nicht schlecht gestaunt, als plötzlich die Superyacht air vor der Küste Perissas vorbei fuhr. Die Yacht ist ganze 81 Meter lang und gehört Augusto Perfetti. Er ist unter anderem Besitzer von der Produktionsfirma, welche Mentos herstellt. Sein Vermögen wird auf 7 Mrd. USD geschätzt und den Wohnsitz hat er in der Schweiz. Nebst diesem Spielzeug besitzt er auch noch einen Privatjet (Registration N900HG) - Bilder gibt es hier, denn sein Jet war auch an der EBACE 2017 vertreten und ich war drin!

Hellenic Air Force - Lockheed C-130H Hercules - 746 - Santorini Thira (JTR/LGSR) - 08SEP2017

Dieses Bild entstand am letzten Tag, am Flughafen von Thira. Spotter sind nicht sehr gerne gesehe, da der Flughafen auch noch militärisch genutzt wird. Es war sicher eine Portion Glück im Spiel, dass genau in den 5 Minuten (mehr waren es auch nicht) als wir am Zaun waren diese Herc der Hellenic Air Force, aus Athen kommend, landete. Selbige machte sich rund 30 Minuten später auch schon wieder auf den Weg zurück zum Festland.

Falls das noch jemand liest: Danke, dass du bis zum Ende gelesen hast :-).